NSU Watch Hessen 2015: Ein Blick zurück

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Kritische Begleitung und Dokumentation des Untersuchungsausschusses
Eine zentrale Aufgabe von NSU Watch Hessen besteht aus der Beobachtung, Begleitung und Dokumentation des NSU-Untersuchungsausschusses (UA) in Hessen. Seit der ersten öffentlichen Sitzung des hessischen UA im Februar 2015 hat NSU Watch alle 17 Sitzungen besucht und alle Expert*innen- und Zeug*innen-Befragungen protokolliert. Per Twitter wurde jeweils live von den Sitzungen berichtet. Diese Live-Berichte stoßen auf ein großes Interesse: Mittlerweile folgen den NSU Watch Hessen Tweets über 1100 Menschen.
Im Nachgang jeder UA-Sitzung wurden Kurzberichte erstellt, die auf der Homepage von NSU Watch Hessen veröffentlicht wurden. In diesen werden wesentliche Aspekte der jeweiligen Sitzungen dargelegt.
Leider konnte das Vorhaben, alle Berichte auch ins Türkische zu übersetzen, bisher nicht in Gänze umgesetzt werden. NSU Watch Hessen ist hierbei auf externe Unterstützung angewiesen. Zudem erfordert die Übersetzung eines Berichts einen großen zeitlichen Aufwand. Das Vorhaben soll jedoch weiter verfolgt werden.

Öffentlichkeitsarbeit, Analysen und Hintergrundberichte
Im vergangenen Jahr wurden Referent*innen von NSU-Watch Hessen zu zwölf Informations- und Podiumsveranstaltungen eingeladen, um über die Entwicklung im UA zu berichten. Sie wurden von einem breiten Spektrum von Organisationen und Institutionen angefragt. Neben diversen Studierendenausschüssen waren darunter Parteien, Gewerkschaften, Kirchen- und Jugendverbände. Des Weiteren fanden zahlreiche Pressehintergrundgespräche sowie Radio- und Zeitungsinterviews statt.
Auf der Homepage von NSU Watch Hessen werden – als ein Teil der kritischen Begleitung des UA – zahlreiche Hintergrundmaterialien zum NSU-Komplex zur Verfügung gestellt. Aus dem unzähligen Material wurden jene Unterlagen ausgewählt, die relevant für die hessische Aufarbeitung sind. So wurden jene Protokolle von NSU Watch vom Prozess vor dem Oberlandesgericht in München sowie jene Berichte von Untersuchungsausschüssen (und deren Abschlussberichte) mit Bezug zum Mord in Kassel selektiert und zur Verfügung gestellt.
Mit diversen Beiträgen hat die ehrenamtliche Initiative zudem ihre eigene Perspektive auf die Arbeit des UA in Hessen veröffentlicht. Neben zwei Thesenpapieren „Zwischen Parteitaktik und Expert*innenwissen“ (Juni 2015) sowie „Parteitaktik und undemokratische Strukturen statt umfassender Aufklärung“ (September 2015) wurden die Artikel „Leerstelle Rassismus – Zum institutionellen Rassismus im NSU-Komplex am Beispiel Hessen“ (erschienen in der ZAG – antirassistische Zeitschrift; Ausgabe 69, Juli 2015) und „Wir wissen alle, dass dieser Mann lügt – Ein Hintergrundbericht zu Andreas Temme“ (erschienen in Der Rechte Rand – Magazin von und für AntifaschistInnen; Ausgabe Nr. 156, September/Oktober 2015) verfasst.

Im bundesweiten Austausch
NSU Watch Hessen steht darüber hinaus in regem Kontakt mit den bundesweiten NSU Watch-Strukturen, um sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen und verschiedene Perspektiven zu diskutieren. Darüber hinaus bestehen Kontakte zu verschiedenen Nebenklage-Anwält*innen, die NSU Watch mit ihrer Arbeit zu unterstützen versucht.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Untersützer*innen der Arbeit von NSU-Watch bedanken und wünschen allen ein erfolgreiches Jahr 2016.

Zudem möchten wir an dieser Stelle noch mal darauf hinweisen, dass NSU-Watch Hessen ein ehrenamtliches, personell, finanziell, politisch und organisatorisch unabhängiges Projekt ist, das allerdings für die alltägliche Arbeit auch Geld benötigt.

http://hessen.nsu-watch.info/spenden/

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